Tübingen. Hab gestern Nacht schlaflos in Seatt- äm, Tübingen Reals geguckt, die ich z.T. wahnsinnig lustig fand. Draußen wurde es langsam hell, aber ich konnte nicht aufhören. Heute tagsüber verzog sich meine Miene bei denselben Reals nicht mehr, kein bisschen. Ich habe es getestet, weil es mich interessiert hat. Ist man nachts so anders drauf als am Tag? Es wäre eine interessante These, für die mir noch die Begründung fehlt. Ansonsten wasche ich Wäsche vom Urlaub – und warte. Ich warte und warte und hoffe. Das ist sehr anstrengend und kraftraubend, die Kraft bräuchte ich eigentlich für was anderes. Konzentration,
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Natascha Wodin antwortet
Und hier die Antwort auf FAZ-Martens barbarische Frage, wie Europa helfen könnte, noch mehr Russen zu töten: Geschrieben von der russisch-ukrainischen Autorin Natascha Wodin Jedes Wort Gold wert!
WeiterlesenEs ist nicht, wonach es aussieht
FAZ-Auslandskorrespondent Michael Martens fragt am 10. August auf einer Pressekonferenz in Belgrad den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“. Man glaubt, sich verhört zu haben, hat man aber nicht. Die F.A.Z. erklärt später, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen, und äußerte Bedauern. Es sei nicht die redaktionelle Linie der Zeitung, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Ich finde, das Video spricht für sich selbst. Und ich frage mich: Gehört es zu unserer neuen Realität, dass wir solche barbarischen Fragen ertragen müssen? Sie gar gut finden
WeiterlesenDer Fall Hüber
Donnerstag, Tübingen. Den Fall Sven Hüber kann man nicht einfach stehen lassen. Hier sind gleich mehrere unerhörte Ereignisse zusammengefallen. In die Öffentlichkeit lanciert, um der bedrohlichen AfD einen Fallstrick zu legen, erweist sich die Affäre, wie so oft schon, als ein finaler großer Dienst an die AfD. Sven Hüber ist Vize-Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, das muss man ja erstmal wissen. Vor wenigen Tagen sorgte er für Erstaunen, Irritation und auch Wut, indem er sich mit einem Aufruf der Befehlsverweigerung an alle PolizistInnen im Falle einer AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt in die Schlagzeilen brachte. Gleich zum Downloaden mitgeliefert wurde eine Anleitung
WeiterlesenRomanschreiben
Montag. Meine britische Lieblingsschriftstellerin Deborah Levy schreibt: „Wie sollte ich mir hier einen Platz schaffen, an dem ich auch im Winter leben und arbeiten konnte? Einen Roman zu schreiben erfordert stundenlanges Stillsitzen, wie auf einem Langstreckenflug – mit unbekanntem Ziel, aber halbwegs festgelegtem Streckenverlauf.“ (aus: Was das Leben kostet, S. 46)
WeiterlesenMoralische Asymmetrie
Sonntag. Ich gebe Konstantin Schreiber recht: Die Tatsache, dass der Spiegel niemals ein vergleichbares Cover mit Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linke, aufs Cover bringen würde unter der Schlagzeile „Die gefährlichste Frau Deutschlands“, zeigt eine Asymmetrie in der moralischen Dramatisierung.
WeiterlesenAusgang
Dienstag. Ich blicke ziemlich viel nicht. Vor allem, was Geographie, Himmelsrichtungen, Straßen, lange Gänge und Korridore, Türen, Ein- und Ausgänge angeht. (Ganz alter Horror: Schwimmbäder.) Aber ich komme immer an.
WeiterlesenUnterwegs
Sonntag. In meiner dauerunbeantworteten Frage, was Heimat ist, komme ich insofern weiter, als ich inzwischen überzeugt bin, dass es (für mich) mit Orten zusammenhängt. Die innere Heimat, das Schreiben in meinem Fall, was ja praktischerweise überall geht, reicht mir nicht. Es ist vielleicht die wichtigste Heimat, aber nicht die einzige. Tübingen ist meine Heimat. Ich gehe durch Straßen, komme an Häusern und Plätzen vorbei, die voller Erinnerungen sind. Eisenach ist inzwischen auch Heimat. Unser Lieblingsurlaubsort in Italien ist Heimat. Dort anzukommen, löst jedes Mal eine ganz wilde, fröhliche Freude aus. Heimat sind aber auch familiäre Orte. Ich war vielleicht selbst
WeiterlesenLebensspuren
2026, 2025, 2013
WeiterlesenRealistisch
Montag. Manchmal findet so ein längst vergessen geglaubter Schmerz seinen Weg in die Gegenwart, als warte er darauf, dass ihm der Stachel gezogen wird. Man greift nach einem süßen Kuchen oder zieht die neuen Schuhe an, als wäre das die Rettung. Dabei muss man einfach nur stillhalten und ihn annehmen, den Schmerz, und warten. Was ist das für ein herrlicher Sommer. Ein- und Ausatmen auf dem Balkon, das neue, ziemlicch schräge Buch von Deborah Levy August Blau, Schmetterlinge im kniehohen Lavendel, Rosen, Hortensien, lila, pink, weiß, darüber der penatenblaue Himmel. Farborgie.
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